11./12.. Januar 2005

Da, wo man den Sternen so nahe ist.

Eine sternklare Nacht, ohne künstliches Licht um sich herum, ist der Himmel über sich in einer Tiefe, die tauchen lässt ins Universum. Ein Blick, ein Gedanke und ich fliege ins Unendliche dahin. Das Sternenmeer in grosser Klarheit über mir, ja über mir. Denn da lebe ich, in einem Ort, wo immer um Mitternacht alle Stassenlaternen ausgehen und am Horizont sich keine Stadt am Himmel reflektiert. Stockfinstere Nacht beleuchtet vom feinen Licht unendlich vieler Sterne. Ein Traum, ein wirklicher Traum, der in jeder wolkenlosen Nacht Wirklichkeit wird. Auch in dieser Nacht. Gerade war ich draussen, blickte zum Himmel und war erfüllt von der glitzernden Pracht der Sterne über mir.

Ein magischer Ort, der mich festhält, trotz aller Nachteile von weiten Wegen zu Supermärkten und anderen grösseren Geschäftsstrassen. Ein Tante-Emma-Laden mit Postschalter, ein Bäcker, eine Bank, ein Arzt, eine Autowerkstatt und noch ein paar andere Firmen gibt es im Ort. Das Notwendigste gibt es auch hier. Doch ohne Auto ist man hier abgeschnitten von der pulsierenden Alltagswelt. Dafür ist hier weite offene Natur mit satten Wiesen, Äckern und Mostäpfelbäumen, mit Wald und kleinen Seen, renaturierte Überbleibsel vom Kiesabbau.

Man kennt sich und die Menschen sind untereinander freundlich. Beim Laufen grüssen sich alle, da man sich fast täglich begegnet. Ganz allein, abseits vom Dorf lebt ein älterer Mann. Man hat ihm letztes Jahr den Führerschein abgenommen und statt mit dem Auto fährt er nun auf seinem motorisierten Rasenmäher durchs Dorf. Solche Originale gibt es einige hier. Das kann man hier noch leben, wo man Füchse, Rehe und Hasen noch laufen sieht.

Bei warmen Mondnächten die Fledermäuse einen umkreisen und Käuzchen in der Nähe rufen. Sternennächte sind das hier, der Himmel zum Greifen nahe, das Universum über mir. Himmlisch schön!

 

retour