12.März 2005

Paradiesvögel

Auf einem hohen Baum im Paradies
bereden sich zwei bunte Vögel
mit langen bunten Schweif
und weiten offnen Schnäbeln.

“Schau da hinab,
die schöne Frau
war einst ne Priesterin
im alten Athen”
“Schau du hinüber
zu dem alten Mann
der wusste alles
war ein Weiser”

“Den kenn ich wohl,
das war Konfuzius
und auch Laotse
und als Buddha hochverehrt”

“Was haben sie nun davon
zu wandeln im Paradies ?
Hier oben ist es viel luftiger
mit Weitblick über alles.”

Blickt der Alte hoch zu den Vögeln
und nickt der Athenerin zu.
“Was wir gelebt,
war unser alles

Die Priesterin lächelt wohl
den Alten an.
“Wer quasselt laut im Blätterwald
hat unsere Dasein nicht verstanden.”

Der Alte nickt und winkt nach oben
“Ihr Vögel seid ja wunderschön.
Doch Einfachheit erkennt nur
wer gelebt hat alle Farben.”

Die bunten Vögel schweigen,
blicken ratlos drein.
Hören Worte aus der Tiefe
und verstehen nicht den Sinn.

Noch einmal winkt der Alte
“Kommt herab in meine Hand.”
Die Frau reckt hoch den zarten Arm
“Lasst euch nieder hier bei uns”.

Zwei Vögel überm Paradies
kreisen ratlos eine lange Runde.
Was führt der Alte wohl im Schilde
beängstigt nun zaudernd deren Hirn.

Der Alte lacht die Schöne an
“Wer uns verstehen will
muss auf uns landen.
Wer kreist, der fliegt uns wohl davon.”

Zwei bunte Vögel kreisen ewig weiter
und schnattern vor sich hin
seit über tausend Jahren.
“Schau hier, schau da, ohh, blablabla.”

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